Gynäkomastie

Die Gynäkomastie ist die Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann. Die Form kann einer weiblichen Brust ähneln. Die psychische Belastung der Betroffenen kann unabhängig vom Alter durch äußere Einflusse sehr hoch sein.

Dabei unterscheidet man die echte Gynäkomastie von der Pseudo-Gynäkomastie. Bei der echten Gynäkomastie ist das Brustdrüsengewebe vergrößert. Dabei kann diese Veränderung einseitig oder beidseitig vorkommen. In einigen Fällen verursacht die Brustdrüsenvermehrung bei den Betroffenen auch Schmerzen. Beruht die Gynäkomastie nur auf das Vorliegen vermehrten Fettgewebes, wie es bei Übergewichtigkeit (Adipositas) auftreten kann, so spricht von einer unechten oder Pseudo-Gynäkomastie.

Die Ursachen einer Gynäkomastie können vielfältig sein. In der Regel liegen Störungen im Hormonhaushalt vor. Die Gynäkomastie in der Pubertät kommt bei ca. 90% der Knaben vor und  ist nicht krankhaft. Meist bildet sie sich innerhalb von drei Jahren komplett von alleine zurück. Auch im Erwachsenenalter kann sich eine Gynäkomastie spontan ausbilden. Mögliche Ursachen können ein Ungleichgewicht männlicher und weiblicher Hormone sein, die Einnahme von Anabolika oder anderer Medikamente (u.a. Testosteron, Spironolacton, Alkohol, Drogen) sowie Erkrankungen der Leber oder Nebennieren. Hier wird die Brustdrüse oft wieder normal, wenn die jeweilige Krankheit erfolgreich therapiert wird beziehungsweise das auslösende Medikament weggelassen wird.

Im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Gynäkomastie sollte auch immer an eine bösartige Erkrankung der Hoden oder der Brustdrüse ausgeschlossen werden.

Beim Auftreten einer Gynäkomastie in der Pubertät wartet man zunächst ab, ob sich die Vergrößerung der Brustdrüse spontan innerhalb von sechs Monaten zurückbildet. Die Gabe eines Hormonpräparates als individueller Heilversuch ist unsicher und bringt nicht in allen Fällen den gewünschten Erfolg. Besteht die Gynäkomastie länger als ein Jahr und liegen Beschwerden wie Schmerzen oder ein erhöhter Leidensdruck vor, besteht die Option, das vergrößerte Brustdrüsengewebe operativ zu entfernen.

Bei der Pseudo-Gynäkomastie wird lediglich das überschüssige Fettgewebe über zwei kleine Einschnitte mit einer Kanüle abgesaugt (Liposuktion).

Bei der echten Gynäkomastie wird das vergrößerte Brustdrüsengewebe durch einen kleinen Schnitt um die Brustwarze herum entfernt. Zusätzlich kann zur Angleichung eine Fettabsaugung des umliegenden Gewebes erfolgen. Besteht eine gute Hautqualität bildet sich der verbleibende Hautüberschuss im Anschluss an die Operation von selbst zurück. Ist die Gynäkomastie jedoch stark ausgeprägt kann es in wenigen Fällen nötig sein, die überdehnte und überschüssige Haut im Bereich der Brust operativ zu straffen. Die Anzahl und der Verlauf der Narben sind dabei abhängig vom Ausgangsbefund.